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Registrierungsdatum: 11. Juli 2019

Beiträge: 78

Dein Bike: Virago 535

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Attendorn

1

Freitag, 5. August 2022, 19:05

Worauf ist beim Kauf einer 1000er Virago zu achten

Hallo Freunde,

ich fahre nun seit knapp drei Jahren die XV 535 und liebe das Motorrad. Jetzt, da ich von dieser Art des Fahrens begeistert bin, möchte ich auf eine 1000er umsteigen.

Da ich mich ja mittlerweile mit den "Macken" der 535 vertraut gemacht habe, wie beispielsweise den reparaturanfälligen Freilauf, stelle ich mir die Frage, worauf ich beim Kauf einer 1000er achten muss, damit ich nicht gleich mit hohen Folgekosten rechnen muss.

Wo also liegen die Schwachstellen der 1000er?

Bin für die Antworten sehr dankbar.

Gruß Robert

Registrierungsdatum: 14. März 2009

Beiträge: 1 732

Dein Bike: XV1100 3LP mit deutlich über 350.000km, Suzuki GSF1200 Bandit und Honda MTX 80C

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Halle/Saale

2

Samstag, 6. August 2022, 00:05

Schalte einfach den Kopf ein, nimm die Brille mit und nimm dir einen mit, der ebenfalls seine Brille dabei und ein bissel Ahnung hat.
Der Übliche Test bei jedem Gebrauchtkauf, kritisch gucken ob Unfallspuren sind etc.pp Speziell auch der Blick unter dem Motor, denn einige fahren die Dinger fröhlich über hohe Bordkanten oder knallen aufm Feldweg auch mal gegen einen Stein und hauen sich die Motorgehäuse unten kaputt..
Der gesunde Menschenverstand sollte sich nie vom Chrom blenden lassen.
Ach ja...Wenn dann kauf besser ne 11er und nicht die xv1000. . letztere ist nicht bei allem Kompatibel und Teile zu bekommen ist noch schwieriger.
Die müssten ja alle schon ein H-Kennzeichen dran haben.

So wirklich viel Probleme hast du mit ner 1100er nicht. So lange du dir immer vor Augen hältst, dass dieses Schätzchen ja auch schon ein "Alteisen" ist , welches in der Regel deutlich über 20, die meisten deutlich über 25 Jahre auf dem Buckel haben und beim Kauf beherzigst, dass jede Maschinie sich auch kaputtstehen kann.
Heißt also beim Kauf, dass du eine mit 60.0000 auf der Uhr wahrscheinlich mit weniger Problemen am Laufen hast, als eine mit 8000 in 25 jahren, die die letzten 10 Jahre herumgestanden hat.
Wenn du ein bissel Fit bist, genügend Kilometer abspulst und mit dem Schraubenschlüssel die regelmäßige Wartung selber auf die Reihe bekommst, gibts nur selten da nennenswerte Probleme. Ansonsten....guck in die Forenbeiträge zur großen Version.
So mal ein bissel zurückgedacht....über die Jahre war sie doch sehr zuverlässig.
Bei meiner 11er gingen die Regler gern mal über den Jordan, mit der Folge , dass die dann die Batterien kaputtgekocht haben..
Davon hab ich schon einige verbaut, bis zum Um und Einbau eines Fremd-Reglers auf eine andere Posititon.
Das Freilaufproblem ist auch hier immer mal da. Das ist aber relativ zu sehen, oft genug werden Freiläufe getauscht, obwohl das Prboblem woanders zu suchen ist.
Bei mir war der Freilauf zuletzt vor 50.000km dran, mal schauen wann der wieder kommt.. der hat mal 120.000 gehalten, der war auch schon mal nach 22.000 kaputt.
Der Anlassermotor brauchte bei mir mal ein bissel Pflege, ne Stunde Bastelei, keine weiteren Kosten, seither schnurrt der wieder und hat schon wieder hunderte Startvorgänge weg. Das ist immer noch der erste Anlassermotor, der wird die 400.000 garantiert noch knacken.
.
Das Übliche bei vielen Mopeds im Bekanntenkreis auch immer mal...Vergaser die Verharzt sind, weil die Feile ewig gestanden hat.
Rausbauen, saubermachen, ab zum Schallen zu Nina, eventuell Repsatz rein.
Ansaugstutzen die Nebenluft ziehen hatte ich selber schon -> Gummiteile verspröden nun mal nach über 15 Jahren im Dauereinsatz.
Membranen, die total verhärtet sind kommen auch immer wieder vor, Siehe oben drüber.
Garantiert hast du sowas als Baustelle wenn irgendein "Sparfuchs" mit E10 länger gefahren ist. Damit wirds für die Gummiteile im Spritsystem wirklich Bitter.
Schließt übrigens auch die Schwimmernadelerventile und vor allem die Spritleitungen ein.
Bei manchen Mühlen ist Rost im oberen und unteren Tank zu finden. Die braune Pest, weil da ewig Wasser drin sich sammeln durfte. Passiert vor allem Leuten, die die Karre mit halbvollen Tank und möglicherweise gar E10 Gebräu im September in der Garage einlagern und im Mai dann rumheulen, dass sie nicht anspringt.
Viele Probleme sind darauf zurück zu führen, dass viele die Mühlen zu wenig fahren, dass der Sprit zu lange altern darf und der tolle Alkohol-Wasseranteil im Sprit ausfallen und zu reinen Wasser umsetzen darf....Also unbedingt in den Tank gucken.
Fahrwerkstechnisch auch das übliche, irgendwann ist auch ein Lenkkopflager oder ein Radlager hinüber. Irgendwann sind die Simmerringe an den Gabeln hin.
Irgendwann müssen die Bremsschläuche mal neu, irgendwann müssen die Bremssättel mal überholt werden, irgendwann ist eine Kupplung mal fertig (Allerdings halten die wirklich echt lange, vernünftig gefahren sind durchaus auch mal über 200.000km drin) das gehört einfach zum normalen Verschleiß und zur Wartung dazu.
Ne Zündspule geht auch mal kaputt...oder ne Kerze , oder diese oder jene Kleinigkeit.
Der Deckel vom Ölfilter bricht gern mal an der vorderen Schraubnase ab. hab ich auch schon dreie verbaut, macht echt schnell knack.
Bei den Re-Importen (1TE) gibts oft genug Ärger mit dem AGR System im linken Chromei. Das hat die 3 LP nicht verbaut. bei den 3 LP kriegt man auch weniger Probleme mit Anbauteilen, bei der 1TE muss durch die genullte Schlüsselnummer des Re-Imports oft genug das eine oder andere per Einzelabnahme geregelt werden.
Das schöne bei den Mühlen ist, dass nahezu alles unverändert gebaut wurde und man die Teile von einer an die andere schrauben kann. .Gilt auch für vieles von der 750er, was die Ersatzteillage ein bisschen entspannt. Viel braucht man eh nicht.
Okay, ab 96 gabs dann mit den Drosselklappensensoren und geänderter Zündverstellung Unterschiede...auch bei der Zündbox.

Wenn du eine kaufst, aisgiebige Probefahrt machen. Unbedingt kalter Motor und den mit Choke starten. Dann den Motor richtig warm fahren. und nach der Probefahrt schauen ob sie dicht ist. Tropft es irgendwo runter? Hier insbesondere Kritisch am Kardan schauen, ob die Gummitülle einer "Ölwanne" gleicht. Probefahrt mindestens 15min, das Öl muss richtig warm werden.
Unbedingt einen hinterherfahren lassen der guckt, ob es im warmen Zustand irgendwelche blauen Rauchzeichen gibt, sollte sie Öl verbrennen riecht man den blauen Nebel und da sinds mit ziemlicher Sicherheit die Ventilschaftdichtungen und die macht der Heimwerker in der Regel nicht neu...
Ist ein bissel länger geworden. Es kommt ganz auf deine Ansprüche und Vorstellungen an, rein von der Technik her sind selten große und teure Überraschungen zu erwarten. Das teuerste was dir passieren kann ist ein gut gebrauchter Ersatzmotor, wenn es wirklich ganz arg kommt.
Wer Andern eine Bratwurst brät, hat meist ein Bratwurstbratgerät ! :71:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mr.Eierhals« (6. August 2022, 00:14)


Registrierungsdatum: 29. März 2017

Beiträge: 938

Dein Bike: XV11003LP

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Taucha

3

Samstag, 6. August 2022, 01:01

So wirklich viel Probleme hast du mit ner 1100er nicht.
Das kann man einfach mal so stehen lassen.


Was die auf dem Markt kosten, kann man auch geben. Nicht zu billig kaufen, das kann sich rächen.
Meine hatte einige Mängel am Fahrwerk, was für mich lösbar war.
Bisschen Geld und Arbeit habe ich investiert, gefahren bin ich aber auch. Ich kann feststellen, nach Alter, km und Zustand hat meine in 5 Jahren nicht einen € an Wert verloren.
Mensch, Maschine und Natur werden eins, wenn keine Leitplanke im Weg ist.... ;-)
Rettet die Wälder, esst mehr Spechte!

Registrierungsdatum: 11. Juli 2019

Beiträge: 78

Dein Bike: Virago 535

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Attendorn

4

Samstag, 6. August 2022, 21:07

Oha, das ist ja mal ein Roman mit vielen Hinweisen und Tipps. Danke dafür. Ich werde mir das mal in Ruhe nochmal durchlesen und dann eine Liste machen mit all den wichtigen Details, auf die beim Kauf zu achten ist.

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